Containerhaus: Anbieter, Preise und Grundriss im Vergleich

Das Angebot für Containerhäuser muss differenziert werden. So ist die Bezeichnung als Containerhaus nicht immer trennscharf. Einige Hersteller bezeichnen auch Modulhausmodelle als Containerbau. Sie gleichen einem Fertighaus mit würfel- oder quaderförmigen kombinationsfähigen Einzelelementen. Ein authentischer Wohncontainer besteht aus ehemaligen Fracht- und Seecontainern. Was es beim Kauf und Bau zu beachten gibt, Herausforderungen bei der Baugenehmigung sowie verschiedene schlüsselfertige Modelle im Vergleich.

Während authentische Containerbauten aus Stahlcontainern bestehen, setzen Anbieter bei Fertigmodulen zumeist auf Holz. Die Preise für schlüsselfertige Modelle beginnen bei rund 1.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bevor wir auf die Vor- und Nachteile sowie die Baugenehmigung von Containerbauten eingehen, hier zunächst einige Beispiele für Containergebäude verschiedener Anbieter:

Schlüsselfertige Containergebäude: Anbieter und Preise

Was kostet ein Containerhaus?

Ein schlüsselfertiges Containerhaus mit Wasser- und Stromanschlüssen, Dusche, Toilette und Küche ist ab 1.200 bis 2.000 Euro je Quadratmeter erhältlich. Dabei handelt es sich dann um ein winterfestes Modell, das als vollwertige Wohnunterkunft gilt. Handelt es sich um einen Holzcontainer oder einen authentischen Seecontainer mit entsprechender Fassade, sind diese kaum von einem Fertighaus in Bungalowoptik zu unterscheiden. 

Neben deutschlandweiten Herstellern wie McCube, Onoxo, MyCubig und Combi-Box gibt es heute eine ganze Reihe kleinerer Manufakturen für Containerhäuser. Doch auch viele große Fertighaushersteller wie Danwood oder Schwörerhaus bieten heute Wohncontainer in ihrem Sortiment.

Containerhaus mit Terrasse und Elementen aus Holz

Um Kosten zu sparen, setzen einige Käufer auf Containergebäude aus Osteuropa wie beispielsweise Polen. Geringere Lohnkosten ermöglichen hier eine deutlich günstigere Produktion. Grundsätzlich spricht nichts gegen ausländische Anbieter, jedoch empfiehlt es sich dringend, sich von der Qualität der Häuser zu überzeugen. Häufig sind Qualitätsstandards geringer. Auch die Sprachbarriere kann Probleme bereiten. Sollte es Mängel oder Beschwerden geben, ist es für Käufer schwierig, sein Recht über Landesgrenzen hinweg geltend zu machen.

Gebrauchte Container für Selbstbauer

Ausrangierte nackte Container, die sich zum Ausbau eignen, kosten auf dem Gebrauchtmarkt ab 5.000 Euro. Wer sein Containerhaus selbst bauen möchte, muss mit weiteren Kosten für das Fundament rechnen. Bodenplatten sind mit 2.000 bis 4.000 Euro pro Container zu veranschlagen. 

Dämmung und Innenausbau sollten im gleichen Preisbereich kalkuliert werden. Wohnfertig ausgebaute Einzelcontainer mit 20 qm Wohnfläche werden ab Preisen von etwa 24.000 Euro angeboten. Zu beachten sind Transport- und Aufstellungskosten beispielsweise für einen Schwerlastkran.

Baugenehmigung: Das gilt es zu beachten

Bevor Eigentümer ein Containerhaus kaufen oder bauen lassen, steht die Hürde der Baugenehmigung. Hier bildet das Bauen mit Containern keine Ausnahme. Das gilt auch dann, wenn das Gebäude mobil ist.  

Baurecht ist Ländersache und somit gelten in jedem Bundesland andere Vorschriften. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten: Das Aufstellen eines Containers zum Wohnzweck erfordert in jedem Bundesland eine Baugenehmigung. Maßgeblich entscheidend, ob die zuständige Behörde diese erteilt, ist der örtliche Bebauungsplan. Er regelt Abstände zu Nachbargrundstücken, die Dachform und Fassade eines Hauses ebenso wie die Größe und Anzahl der Etagen. Da die meisten Bebauungspläne keine Wohncontainer vorsehen, kann sich eine Baugenehmigung durchaus schwierig gestalten. Deshalb kann es Sinn machen, einen Sachverständigen heranzuziehen. Einige Anbieter bieten ihren Kunden ebenfalls entsprechende Services. 

Vor- und Nachteile des Wohnens im Container

Das Wohnen im Container bietet einige Vorteile. Durch die modulare Bauweise lassen sich Wohncontainer den individuellen Bedarf an Wohnfläche flexibel anpassen. Es handelt sich um Häuser, die mitwachsen. Bei der Geburt eines Kindes beispielsweise kann ohne Umstände ein weiterer Container als Kinderzimmer angedockt werden. Verlässt das Kind im Erwachsenenalter das Haus, lässt sich der nicht länger benötigte Wohnraum wieder entfernen.

Durch die bedarfsorientierte Anpassung der Wohnfläche profitieren Eigentümer von geringen laufenden Kosten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Weitere Vorteile ebenso wie Nachteile fasst die folgende Gegenüberstellung zusammen:

Vorteile:

  • Schneller Aufbau: Containerbauten können schnell aufgestellt werden, da sie aus fertigen Raumeinheiten bestehen. Diese liefern Anbieter bereits weitestgehend schlüsselfertig zum Baugrund.
  • Kostengünstig: Der Einsatz von gebrauchten Versandcontainern kann kostengünstiger sein als der Bau eines herkömmlichen Hauses.
  • Nachhaltigkeit: Die Verwendung recycelter Versandcontainer trägt zur Reduzierung von Abfall bei.
  • Mobilität: Häuser in Containerbauweise können relativ einfach demontiert und an einen anderen Standort transportiert werden.
  • Robuste Struktur: Versandcontainer sind robust und können starken Witterungsbedingungen standhalten.
  • Flexibilität: Containerhäuser können modular erweitert oder umgebaut werden, um zusätzlichen Platz oder spezifische Anforderungen zu erfüllen.

Nachteile:

  • Begrenzter Wohnraum: Die Standardgröße von Versandcontainern kann zu begrenztem Wohnraum führen, insbesondere für größere Familien oder bei speziellen Anforderungen.
  • Begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten: Die Struktur eines Hauses aus Containern ist durch die Grundform des Containers begrenzt, was zu Einschränkungen bei der Gestaltung führen kann.
  • Isolierung und Klimatisierung: Seecontainer sind nicht gut isoliert und erfordern zusätzliche Maßnahmen, um ein angenehmes Innenklima zu gewährleisten.
  • Genehmigungen: In einigen Gebieten können Genehmigungen und Vorschriften für das Bauen mit Containern restriktiver sein als für traditionelle Häuser.
  • Ästhetik: Das äußere Erscheinungsbild von Containerhäusern wird nicht von allen als ansprechend empfunden und kann weniger traditionell sein

Aufbau und Standardmaße

Fracht- und Seecontainer werden in einer begrenzten Auswahl an Standardmaßen hergestellt, um die weltweite Logistikkette zu ermöglichen. Das internationale System kennt fünf Standardlängen (L), Breiten (B) und Höhen (H), die als Typenbezeichnungen Werte in Fuß tragen. Aus den Breiten und Längen ergeben sich die Grundflächen in Quadratmetern (qm).

Die Außenmaße der Standardcontainer betragen:

  • 20-Fuß: (LxBxH) 6,058m x 2,438m x 2,591m = 14,9 qm
  • 40-Fuß: 12,192m x 2,438m x 2,591m = 29,7 qm
  • 45-Fuß HC: 13,716m x 2,438m x 2,896m = 33,4 qm
  • 45-Fuß PW: 13,716m x 2,49m x 2,519m = 34,1 qm
  • 53-Fuß HC: 16,154m x 2,591m x 2,896m = 41,9 qm

Diese Maßeinheiten bieten die Auswahl an kombinationsfähigen Einzelmodulen für den Rohbau, aus denen sich das Containerhaus bauen läßt.

Sofern es sich also um ein authentisches Containergebäude handelt, ist die Wohnfläche durch die Standardmaße von Seecontainern vorgegeben. Durch die Kombination mehrerer Containermodule lassen sich jedoch auch größere Gebäude bauen. Zu diesem Zweck bieten viele Anbieter einen eigen Konfigurator, mit dem sich Grundrisse gemeinsam mit Kunden abstimmen lassen.

Wie aus einem Container ein Haus wird

Die nackten Containerrohlinge besitzen eine Flügeltür an einer Stirnseite und sind ansonsten geschlossen verschweißt. Um ein Containerhaus zu bauen, müssen Fenster und Türen ausgeschnitten werden. Dazu kommt eine bewohnungsfähige Dämmung der Wände und des Bodens. Sie wird meist durch Innenverkleidungen und Ausbau umgesetzt. Einige Hersteller setzen dabei auch auf eine Außenfassade aus Holz.

Ein entscheidender Aspekt bei der Umwandlung eines oder mehrerer Container zu Wohnraum ist die Absicht der Verfremdung sowohl optisch als auch funktional. Häuser in Containerbauweise aus einem Einzelelement können die Originaltüren behalten. Seitlich oder an der Rückseite werden Fenster, weitere Zugänge oder Glasfronten ausgeschnitten und verfüllt. Verbleibende Stahlflächen können von außen bemalt oder verkleidet werden. Dämmung und Wohnkomfort werden durch Innenausbau erreicht.

Kombination und Bezugsquellen

Ein zusammengesetztes Containerhaus kann aus beliebig vielen Einzelcontainern konstruiert werden. Nach diesem Baukastenprinzip, das auch als Modulbauweise Erwähnung findet, lassen sich verschiedenste Grundrisse realisieren. Die Elemente können nebeneinander, übereinander oder quer zueinander positioniert werden. Verbindungen zwischen den einzelnen Containern werden wiederum mit Ausschnitten in den Stahlblechen geschaffen. Schweißarbeiten sind unvermeidbar.

Wer ein Containerhaus kaufen möchte, kann bei Spezialherstellern die Elemente mit unterschiedlichem Ausbauumfang und Montagesystemen erwerben. Speditionen, große Bauträger, Reedereien, Logistik- und Frachtunternehmen bieten Rohware an. Da vor allem im Baugewerbe Container als temporäre Unterkünfte oder Bürocontainer für Verwaltungs- und Lagerräume genutzt werden, können hier bereits hilfreich in Ausstattung und Kombinationsfähigkeit modifizierte Container erworben werden.

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