Heizung im Tiny House: Welche Heizungsart im Minihaus Sinn macht

Wer sein Tiny House möglichst effizient beheizen möchte, muss einiges berücksichtigen. Denn: Über die vielen Außenwände geht jede Menge wertvolle Heizenergie verloren, und auch das geringe Platzangebot kann bei der Heizungswahl zum Problem werden. Welche Möglichkeiten es ganz konkret gibt, was für Vor- und Nachteile sie haben und was Tiny-House-Besitzer in puncto Heizung noch beachten sollten, verrät der folgende Ratgeber.

Heizung im Tiny House

Wichtige Anforderungen im Überblick

Bei der Auswahl einer Heizung für das Tiny House gelten andere Kriterien als bei einem ganz normalen Einfamilienhaus. So darf die Heizung nicht zu groß sein, damit kein wertvoller Platz verloren geht. Dennoch sollte die Wärme möglichst rasch zur Verfügung stehen.

Im Tiny House ist zudem die Bodenkälte ein häufiges Problem, vor allem dann, wenn das Häuschen auf Rädern steht. Ideal ist also eine Heizung, die nicht nur die Raumtemperatur erhöht, sondern auch für warme Füße sorgt.

Nicht zuletzt sollten Eigentümer die Kosten genau vergleichen – und zwar sowohl die Kosten für die Anschaffung und Installation als auch für den laufenden Betrieb und die Wartung. Mikrohäuser sind oftmals nicht so gut gedämmt, und damit die Heizkosten sich im Rahmen halten, sollte die Heizung möglichst kostengünstig arbeiten.

Nicht zuletzt ist Nachhaltigkeit für viele Besitzer ein wichtiges Thema. Wer Wert auf Umweltschutz legt, sollte sich für eine Heizung entscheiden, die auf regenerative Energien setzt und das Klima nicht belastet.

Verschiedene Heizungsarten und ihre Vor- und Nachteile

1. Der klassische Holzofen

Für viele Tiny-House-Besitzer ist es eine romantische Vorstellung, im eigenen Häuschen vor dem Kaminofen zu sitzen und das prasselnde Feuer zu genießen. Tatsächlich ist der klassische Holzofen die einzige autarke Heizmöglichkeit für das Mini Home; außerdem überzeugt dieser Heizungstyp durch einen günstigen Anschaffungspreis, eine angenehme Wärme und nicht zuletzt durch seine Klimaneutralität. Leider hat der Kaminofen auch Nachteile:

  • die Wärme lässt sich nur schlecht regulieren
  • keine Wärme bei Abwesenheit
  • Mindestabstände zu brennbaren Materialien erforderlich
  • auf Campingplätzen häufig verboten
  • zusätzlicher Platz für Brennholz erforderlich
  • löst Problem der Fußkälte nicht
  • aufwendige Reinigung

2. Die moderne Form des Holzofens: der Pelletofen

Ein klassischer Holzofen kommt für viele Tiny-House-Besitzer aus den genannten Gründen nicht infrage. Dennoch kann das Haus mit Holz beheizt werden – nämlich mit einem Pelletofen. Dieser wird nicht mit Holzscheiten, sondern mit Pellets befüllt, die vollautomatisch über eine Förderschnecke in den Brennraum gelangen. Die gewünschte Raumtemperatur wird dabei ganz komfortabel über ein Thermostat geregelt und auch in Abwesenheit aufrechterhalten. Weitere Vorteile des Pelletofens hier im Überblick:

  • gleichmäßige Wärme
  • einfache Reinigung
  • Pellets sind günstiger als Erdgas/Erdöl
  • klimaneutral

Allerdings gilt: Pelletöfen sind oftmals zu leistungsstark für ein Tiny House, weshalb die Software zunächst auf das kleinere Raumvolumen angepasst werden muss. Außerdem wird Lagerfläche für die Pellets benötigt, und die Fußkälte bleibt auch hier ein Problem.

3. Heizen mit Infrarotstrahlung

Infrarotheizungen erzeugen mithilfe von Strom Wärmewellen, die nicht die Luft erwärmen, sondern die angestrahlte Fläche – also zum Beispiel Wände, Möbel und Personen. Dieser Heizungstyp überzeugt durch einen geringen Platzbedarf, denn die Heizpaneele können ganz einfach an der Wand oder unter der Decke des Minihauses montiert werden, beispielsweise auch im Spiegel- oder Wandbilddesign. Des Weiteren sind sowohl die Montage- als auch die Wartungskosten gering, wohingegen mit hohen Betriebskosten zu rechnen ist. Denn: Die Infrarotheizung arbeitet nicht sehr energieeffizient, und die Energie, die benötigt wird, um ein Zimmer auf eine bestimmte Temperatur zu heizen, ist höher als bei allen anderen Heizungstypen.

4. Auslaufmodell: Die Gasheizung

Aufgrund der drastisch gestiegenen Gaspreise und der Ungewissheit, wie sich die Gaspreise in Zukunft weiterentwickeln werden, sehen immer mehr Eigentümer von Gasheizungen ab, so auch Besitzer von Tiny Houses. Wer sich dennoch für diesen Heizungstyp entscheidet, benötigt entweder einen städtischen Gasanschluss, einen Gastank oder Propangasflaschen. Biogas wird bislang nicht in Flaschen abgefüllt und eignet sich daher nicht als Energieträger. Außerdem ist zu bedenken, dass für die Gasheizung Leitungen im gesamten Kleinhaus verlegt werden müssen. Insbesondere für mobile Tiny Houses gibt es zudem strenge gesetzliche Vorgaben.

5. Die elektrische Fußbodenheizung

Elektrische Fußbodenheizungen gibt es in verschiedenen Varianten, beispielsweise in Form von Heizmatten, als Heizfolie oder Heizgewebe auf Glasfaserbasis. In jedem Fall ist der Anschaffungspreis hier günstig, und auch die Aufbauhöhe ist gering, weshalb dieser Heizungstyp sich gut zum Nachrüsten eignet. Allerdings gilt: Die Stromkosten sind sehr hoch, und das, obwohl die Heizlast nicht immer vollständig abgedeckt wird. Des Weiteren ist eine elektrische Fußbodenheizung nicht für alle Bodenbeläge gleichermaßen gut geeignet. Eine mögliche Alternative ist ein Elektroradiator, der ganz einfach an der Steckdose angeschlossen wird, aber als alleinige Heizung ebenfalls recht teuer ist.

Fazit

Auf die Frage, welche Heizung für das Tiny House die beste ist, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Stattdessen sollten Besitzer sich möglichst frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, Preise vergleichen und immer den individuellen Heizbedarf mit einkalkulieren. Auch ganz persönliche Wünsche, etwa in Bezug auf die Optik, und nicht zuletzt das finanzielle Budget spielen bei der Heizungswahl für das Tiny House eine Rolle.

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