Holzständerbauweise: Funktion, Kosten, Vor- & Nachteile

Der Name lässt es bereits vermuten: Die Holzständerbauweise basiert auf einem Rahmen aus Holzständern. Die horizontalen Holzständer bilden das tragende Grundgerüst für das Haus. Anschließend verkleiden Anbieter das Skelett aus Holzbalken mit Gips- oder Holzfaserplatten.
Holzständerbauweise
Der Vorteil der Holzständerbauweise besteht in der deutlich kürzeren Bauzeit gegenüber Massivbauten. Statt Stein auf Stein zu stapeln, lassen sich Holzständer, Wand- und Deckenelemente schon ab Werk vorfertigen. Am Baugrund müssen sie dann Hersteller nur noch zusammenfügen. Eine Härtezeit für den Beton entfällt bei einem Holzständerhaus ebenfalls. Der hohe Grad der Vorfertigung und die kurze Bauzeit führen dazu, dass sich der Holzständerbau als Standard für Fertighäuser und Holzhaus Bausätze durchgesetzt hat.

Ferner überzeugt das Holzständerhaus durch eine gute Ökobilanz und Baubiologie. Doch dazu später mehr.

Häufig Synonym verwendet jedoch nicht das gleiche ist die Holzrahmenbauweise. Hier besteht das Skelett des Hauses nicht aus senkrecht stehenden, tragenden Holzbalken, sondern aus einzelnen, abgegrenzten Holzrahmen.

Der Bau eines Holzständerhauses Schritt für Schritt

Vor dem Ständerbau steht die Baugenehmigung. Dazu reichen Sie zusammen mit einem Bausachverständigen wie einem Architekten ihr Bauvorhaben bei örtlichen Bauamt oder der Gemeinde ein. Stimmt diese dem Bauvorhaben zu, kann es losgehen.

Die hier aufgeführten Schritte der Ständerbauweise nehmen dabei in den meisten Fällen nicht mehr als 3 Tage in Anspruch:

  1. Bodenplatte: Falls sich kein Keller oder dem Haus befindet, benötigt es eine Bodenplatte als Fundament. Sie schützt vor Kälte. Auch bei Hitze und trockenem Boden würde die Wand sonst absacken und Risse bekommen.
  2. Rahmenprofil aus Holzständern: Für die Statik des Holzständerbaus sorgen die namensgebenden Holzständer. Da die Holzständerbauweise ohne tragende Wände auskommen, sind Bauplaner in der Gestaltung des Grundrisses deutlich flexibler als bei Massivbauten.
  3. Wandschalung: Noch ist das Haus nackt. Die Wandschalung gibt ihm sein Gewand. Für den Wandaufbau kommen Gipsfaserplatten oder Holzfaserplatten, auch OSB Holzbauplatten genannt, zum Einsatz. Sie bilden die Innen- und Außenverkleidung. Zwischen Innenwand und Außenwand besteht ausreichend Platz für Stromleitungen, Rohre, Schallschutz und Wärmedämmung.
  4. Dachausbau: Nun erfolgt der Ausbau des Daches, die sich je nach Dachform unterscheidet. Grundsätzlich sind bei der Holzständerbauweise sämtliche Dachformen möglich vom Flachdach bis zum Satteldach.
  5. Innenausbau: Dazu zählt alles, was über den Rohbau hinaus geht wie Innenputz, Fliesen sowie Heizung und Sanitär. Um Kosten zu reduzieren greifen einige Eigentümer aus Bausatzhäuser zurück, bei denen sie weite Teile des Innenausbaus selbst übernehmen.

Im Vergleich zur Massivbauweise gestaltet sich der Ständerbau als wesentlich unkomplizierter. Härtezeit für Beton entfällt, die meisten Bauteile sind Fertigbauelemente und Bauträger liefern sie mit einem LKW zum Grundstück.

Ausgewählte Holzständerhäuser

Was ein Holzständerbau kostet

Die Kosten der Holzständerbauweise unterscheiden sich nicht groß von der für massive Häuser. Zwar ist die Bauzeit deutlich geringer als bei Massivhäusern, dafür ist das Material Holz zumeist deutlich teurer als Ziegel.

Der Preis für ein Holzrahmenhaus im Rohbau bewegt sich zwischen 1.100 und 1.400 Euro. Für einen schlüsselfertigen Bau müssen Eigentümer mit Kosten zwischen 1.500 und 2.000 Euro rechnen.

Eine Möglichkeit, um die Baukosten zu reduzieren besteht in Ausbauhäusern. Auch als Mitbauhaus oder Selbstbauhaus bezeichnet, übernehmen hier Eigentümer Teile des Ausbaus selbst. So lassen sich sich Baukosten durch Eigenleistungen kompensieren.

Lebensdauer

Der Holzständerbauweise haftet der Ruf an, über eine geringere Haltbarkeit zu verfügen als Massivhäuser. Tatsächlich steht die Lebensdauer von modernen Holzbauten der von konventionellen Bauten in nichts nach.

Das Vorurteil der geringeren Lebensdauer rührt daher, dass ältere Holzständerbauten eine geringere Lebensdauer aufweisen. Das gilt für Holzbauten, die vor 1985 errichtet wurden.

Vorteile und Nachteile der Holzständerbauweise

Während sich die Kosten für einen Holzständerbau nicht großartig von denen für einen Massivbau unterscheiden, gibt es davon abgesehen jedoch eine ganze Reihe an Vorteilen:

Vorteile

Nachteile

  • Ökologischer Hausbau: In Puncto ökologischer Fußabdruck ist Holz als Baumaterial unschlagbar. So ist es klimaneutral, regenerativ und stammt meist aus regionalen Wäldern. 
  • Kurze Bauzeit: Die weitreichende Vorfertigung der Bauteile führt dazu, dass die Bauzeit meist nur wenige Tage beträgt.
  • Baubiologie und Gesundheit: Als natürlicher Baustoff ist Holz allergikerfreundlich und fördert ein angenehmes Raumklima.
  • Gute Wärmedämmung: Holzplatten besitzen bereits im rohen Zustand eine gute Wärmedämmung. Das führt dazu, dass die Holzrahmenbauweise weniger zusätzliches Isoliermaterial benötigt als massive Häuser.
  • Flexible Gestaltung des Grundrisses: Holzständerbauten besitzen keine tragenden Wände. Daraus resultiert mehr Gestaltungsspielraum beim Grundriss. 
  • Weniger Tragkraft: Die Statik von Holzständern lässt üblicherweise nur drei Stockwerke zu. Für höhere Gebäude eignet sie sich deshalb nicht.
  • Geringerer Schallschutz: Der guten Wärmedämmung von Holzbauteilen steht der geringe Schallschutz gegenüber. Hier muss durch ausreichendes Dämmmaterial entgegengesteuert werden. 
  • Größere Folgen bei Bränden: Die Brandgefahr, also die Wahrscheinlichkeit eines Brandes, ist bei Holzhäusern nicht höher als bei Massivbauten. Das Holz ist imprägniert und getrocknet. Sollte es jedoch zu einem Brand kommen, sind die Folgeschäden bei Holzständerbauten in der Regel größer. 

Inserate vergleichen

Vergleichen