Holzrahmenbauweise: Häuser im Check, Preise - Bausätze, Vor- & Nachteile

Die Holzrahmenbauweise, auch als Holzriegelbauweise und Holzständerbauweise bezeichnet, hat in den letzten Jahren kontinuierlich Marktanteile gewonnen. Das liegt an den geringen Kosten ebenso wie den ökologischen Vorteilen. Im Kern besteht ein Holzrahmenbau in einem Skelett aus Holzbalken. Als Wand- und Deckenelemente dienen in der Regel Sandwichplatten. Dabei handelt es sich um zwei Holzplatten, die einen Kern aus Dämmmaterial umgeben.

Holzrahmenbauweise Neubau

Entsprechend dem Baukastenprinzip lässt sich so unkompliziert ein Haus zusammensetzen. Da anders als bei einem Massivhaus kein Beton zum Einsatz kommt, entfällt zudem die Härtezeit für die Trocknung. Die einfache und kurze Bauzeit macht die Holzrahmenbauweise zu bevorzugten Bauform für Fertighäuser. Auch als Bausatz zum selbst Bauen kommen zumeist Holzrahmenhäuser zur Anwendung.

Während beispielsweise in den USA und Skandinavien die Leichtbauweise dominiert, überwiegt in Deutschland nach wie vor die Massivbauweise. In den letzten Jahren jedoch lässt sich eine Verschiebung der Marktanteile zugunsten von Holzhäusern ausmachen. Das liegt auch an einem wachsenden Umweltbewusstsein.

Preise ab 1.000 Euro pro Quadratmeter

Der Preis für den Rohbau in Holzrahmenbauweise liegt bei 1.500 Euro pro Quadratmeter. Schlüsselfertig inklusive Inneneinrichtung, Heizung und Sanitär müssen Eigentümer mit 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Bausatz: Kosten sparen durch “Muskelhypothek”

Bausatzhäuser bieten die Möglichkeit, Kosten durch Eigenleistung zu kompensieren. Dabei stellt der Holzhaus Anbieter das vollständige Baumaterial zur Verfügung. Den Bau des Holzrahmenhauses übernehmen Häuslebauer dabei mehr oder weniger selbst. Je nach Umfang der Eigenleistung liegen die Kosten für den Selbstbau bei um die 1.000 Euro pro Quadratmeter. Bei Selbstbauhäusern lassen sich verschiedene Ausbaustufen unterscheiden. Damit ist gemeint, welche Eigenleistungen der Besitzer erbringt. So übernehmen einige Eigentümer lediglich den Innenausbau, andere hingegen den vollständigen Bauprozess. Hier ist es wichtig, die eigenen Fähigkeiten und die Dauer der Bauphase realistisch einzuschätzen.

Ferner dürfen einige Tätigkeiten wie die Installation der Heizung ausschließlich von Profis durchgeführt werden. Wer sich für ein Holzrahmenhaus als Bausatz entscheidet sollte den Prozess vorab ausführlich mit dem jeweiligen Fertighausanbieter abstimmen.

Mythen rund um die Holzständerbauweise

Bevor wir hier auf die Vor- und Nachteile des Holzrahmenbaus eingehen, gilt es zunächst mit einigen hartnäckigen Gerüchten aufzuräumen.

Brandschutz

So kommt mit der Auseinandersetzung mit Holzhäusern immer wieder das Thema Brandschutz auf. Im Zuges dessen heißt es dann, dass Holzrahmenhäuser eine höhere Brandgefahr besitzen. Das ist eindeutig falsch und statistisch nicht haltbar. Holzbauten brennen nicht häufiger als Massivhäuser. Bester Beleg dafür ist, dass die Brandschutzversicherung in der Regel keinen Unterschied zwischen Holz- und Massivbauten macht.

Gefahr durch Schädlinge

Frisches Holz besitzt eine Restfeuchte von 40%. Durch Trocknung erreichen Bauteile für die Holzrahmenbauweise eine Restfeuchte von weniger als 18%. Damit ist das Holz für Schädlinge wie Insekten und Pilze nicht länger attraktiv.

Holzrahmenhaus

Haltbarkeit

Ein weiteres Vorurteil besteht darin, dass der Holzrahmenbauweise häufig eine geringere Lebensdauer attestiert wird. Auch dies ist ein Irrtum. Grundlage für diese Aussage ist zumeist die Begutachtung von Fachwerkhäusern. In der Regel sind diese jedoch schon älter und nicht mit heutigen Standards vergleichbar. Moderne Holzbauten stehen der Haltbarkeit von Massivbauten in Nichts nach.

Vorteile von Holzrahmenhäusern

Gegenüber solchen aus massiven Bauteilen setzen Häuser aus Holz auf einen nachwachsenden Werkstoff. Dadurch kommt die Holzriegelbauweise auf eine gute Ökobilanz. Daneben ergibt sich eine Reihe weiterer Vorteile:

  • Klimaneutral: Holz lagert während es wächst Kohlenstoffdioxid in seine Zellstruktur ein. Demnach bindet es CO2. Wird Holz biologisch abgebaut, gibt es diese Menge CO2 wieder frei. Unterm Strich ist es somit klimaneutral.
  • Kurze Bauphase: Holzrahmenhäuser sind Trockenbauten. Da kein Beton zum Einsatz kommt, entfällt die Härtezeit. Ferner ermöglicht die unkomplizierte Holzrahmenbauweise eine kurze Bauzeit.
  • Gute Isolierung: Bauelemente aus Holz besitzen eine gute Wärmedämmung. Sie kommen dadurch zumeist mit weniger zusätzlichem Dämmmaterial als Massivbauten aus.
  • Geringe Kosten: Viele Elemente für Holzrahmenbauten lassen sich serienmäßig vorproduzieren wie zum Beispiel die Sandwichpaneele. Vorproduzierte Fertigbauteile und die kurze Bauzeit führen zu geringen Baukosten.
  • Gesundes Wohnklima: Auch baubiologisch macht ein Holzständerbau Sinn. Holz besitzt die Eigenschaft, Feuchtigkeit speichern und wieder abgeben zu können. So reguliert es die Luftfeuchtigkeit und bedingt ein stets angenehmes Raumklima.

Nachteile

  • Höherer Bedarf an Pflege: Holz nimmt mit der Zeit einen gräulichen Farbton an. Bedingt durch Wind und Wetter lässt sich das nicht vermeiden. Deshalb benötigt ein Holzrahmenhaus regelmäßig einen neuen Anstrich.
  • Größere Folgeschäden bei Baufehlern: Grundsätzlich sind Häuser in Holzrahmenbauweise genau so stabil wie Massivhäuser. Kommt es jedoch zu Bauschäden beispielsweise durch Feuchtigkeit, sind die Folgen bei Häusern in Holzrahmenbauweise zumeist höher.

Abgrenzung zur Holzmassivbauweise

Bei Holzständerhäusern handelt es sich um Leichtbauten. Sie bestehen aus einem Profil aus Holzbalken mit einer Verkleidung aus Sandwichplatten. Doch aus Holz lassen sich auch Massivhäuser bauen. Bei Blockbohlenhäusern oder auch Naturstammhäusern besteht die Fassade aus massiven Holzstämmen oder Vierkantbalken. Das Massivholzhaus erweist sich jedoch als wesentlich aufwändiger als die Holzrahmenbauweise. Bei Bausätzen handelt es sich deshalb üblicherweise auch um ein Holzrahmenhaus.

Wandaufbau bei der Holzrahmenbauweise

Wandaufbau bei Holzrahmenhäusern

Eine Besonderheit bei Holzrahmenhäusern bildet der Wandaufbau. So bestehen die Wände aus sogenannten Sandwichplatten. Dabei handelt es sich um vorgefertigte Wandelemente, die aus einer Innen- und einer Außenschalung aus Holz bestehen. Dazwischen befinden sich eine oder mehrere Schichten für die Wärme- und Schalldämmung. 

Mit einem Stecksystem lassen sich die Wandplatten an die Rahmenkonstruktion des Hauses anbringen. So lassen sich in kürzester Zeit Wandflächen errichten.

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